Abfälle und daraus hergestellte Recyclingmaterialien, die in oder auf Böden verwertet werden sollen, dürfen entsprechend der gesetzlichen Regelungen nur in bestimmtem Umfang Schadstoffe freisetzen. Die Bewertung hängt von den Auslaugeigenschaften und der Methodik zur Bestimmung des zu erwartenden Schadstoffaustrags bei Kontakt mit einem Lösungsmittel ab. Für die Vorhersage, wie eine Ablagerung von Abfällen oder vergleichbaren Materialien auf den unterlagernden Boden und Grundwasserleiter wirkt, ist auch die Berücksichtigung der jeweiligen Milieu- und Ablagerungsbedingungen von Bedeutung. Der Beitrag beschreibt die physikalischen, chemischen und biologischen Einflussfaktoren und Milieuparameter und gibt einen kurzen Überblick über die zur Anwendung gelangenden Methoden zur Ermittlung des Auslaugverhaltens. Das Auslaugverhalten von Bauschutt, HMVA-Aschen, MBA-Material, Altreifengranulat und Haldenmaterial wird in Deponiesimulationsreaktoren mit drei unterschiedlichen Milieurandbedingungen – locker geschüttetes Material aerob belüftet, verdichtetes Material anaerob und zusätzlich über einer Bodenschicht von 5 cm – und variierendem Wasser-Feststoff-Verhältnis untersucht. Von den untersuchten Materialien könnte mit Blick auf die einschlägigen Grenzwerte nach BBodSchV das Altreifengranulat problemlos wiederverwertet werden. Alle anderen Materialien müssten entsprechend ihres Quellstärkepotentials unter Berücksichtigung verschiedener Sicherungsmaßnahmen deponiert oder aufbereitet und behandelt werden. |